Die Kunst der schlechten Laune
Arschkopf Anne gehört zu jenen Illuwillus, denen man begegnet und die man am liebsten sofort wieder vergessen würde.
Leider gelingt das selten.
Nicht weil sie besonders beeindruckend, charismatisch oder interessant wäre, sondern weil sie eine bemerkenswerte Fähigkeit besitzt, jede Begegnung unangenehm werden zu lassen.
Ihr Name kommt nicht von ungefähr.
Aus ihrem Hinterteil wachsen zwei kopfartige Auswüchse, die jeweils mit einem eigenen Auge ausgestattet sind. Diese seltsamen Anhängsel bewegen sich unabhängig voneinander und beobachten ständig ihre Umgebung. Warum genau die Natur beschlossen hat, Anne gleich mehrere Köpfe an einer derart ungewöhnlichen Stelle wachsen zu lassen, konnte bislang niemand schlüssig erklären.
Viel interessanter ist allerdings, was aus ihrem eigentlichen Mund kommt.
Denn dort verlassen regelmäßig Galle, Gift und eine scheinbar unerschöpfliche Menge negativer Kommentare ihren Körper. Kaum etwas ist gut genug, kaum jemand kompetent genug und fast alles, was andere Illuwillus tun, erscheint ihr fehlerhaft, lächerlich oder überflüssig.
Anne weiß es grundsätzlich besser.
Zumindest glaubt sie das.
Ihre Welt dreht sich fast ausschließlich um ihre eigenen Bedürfnisse, Meinungen und Befindlichkeiten. Was andere denken, fühlen oder erreichen, interessiert sie nur dann, wenn es sich irgendwie auf sie selbst beziehen lässt.
Bescheidenheit ist ihr fremd.
Selbstreflexion ebenfalls.
Während viele Wesen gelegentlich an sich zweifeln, hält Anne Zweifel für ein Problem anderer Leute.
Dadurch hinterlässt sie selten einen positiven Eindruck.
Eigentlich hinterlässt sie überhaupt keinen bleibenden Eindruck, außer dem Wunsch, das Gespräch möglichst schnell zu beenden. Ihre Überheblichkeit, ihre Selbstverherrlichung und ihre konsequente Gleichgültigkeit gegenüber anderen machen Begegnungen mit ihr oft anstrengender, als sie sein müssten.
Dabei liegt gerade darin die Ironie der Figur.
Denn Anne hält sich für außergewöhnlich wichtig, während die meisten Illuwillus sie bereits wenige Minuten nach einer Begegnung wieder vergessen haben.
Zwischen Egoismus, Überheblichkeit und typischem Illuwillu
Arschkopf Anne steht für jene Wesen, die sich selbst für den Mittelpunkt der Welt halten und dabei übersehen, dass echte Bedeutung nicht durch Selbstlob entsteht.
Ihre Geschichte erzählt von Eitelkeit, mangelnder Selbstreflexion und der erstaunlichen Fähigkeit, jede Unterhaltung auf die eigene Person zu lenken.
Wenn das Ego größer wird als der Charakter
Arschkopf Anne zeigt eine Figur, die von sich selbst begeistert ist, während ihre Umgebung meist deutlich weniger begeistert reagiert.
Überheblich. Selbstverliebt. Und nur schwer zu ertragen.